Stammbuchsammlung

Stammbuchblatt Stammbücher waren zwischen ca. 1750 und ca. 1840 vor allem unter Studenten populär. In ihnen wurden Einträge von Kommilitonen und Bekannten, aber auch Professoren gesammelt, die mit Sinnsprüchen, Zitaten, Freundschaftszeichen u. ä. angereichert sowie mit gelegentlichen Originalillustrationen ausgeschmückt waren.

In Göttingen entwickelte sich Ende des 18. Jahrhunderts eine neue Form des Stammbuches, das jetzt aus mit Kupferstichen geschmückten losen Blättern bestand, die man in Schubern sammelte. Göttingen wurde zu einem Zentrum der Produktion dieser Stammbuchkupfer und der studentischen Stammbuchkultur überhaupt.

Insgesamt kann man davon ausgehen, dass bis 1840 mehrere tausend Göttinger Studenten ein Stammbuch geführt haben. 316 von ihnen befinden sich im Stadtarchiv Göttingen, das damit eine der größten Sammlungen Deutschlands besitzt.

Der historische Quellenwert der Stammbücher ist ein doppelter:

Zum einen sind vielfältigen Bildzeugnisse wichtige Quellen der Kulturgeschichte. Dieser Aspekt der Stammbücher wird z. B. durch Rolf Wilhelm Brednichs Publikation Denkmale der Freundschaft beleuchtet.

Zum anderen stellen die schriftlichen Einträge wertvolle kulturhistorische, sozialhistorische, literaturgeschichtliche oder genealogische Quellen dar. Angesichts der Tatsache, dass die Georgia Augusta in der zweiten Hälfte des 18. und dem Beginn des 19. Jahrhunderts zur wohl renommiertesten deutschen Universität aufstieg und Gelehrte und Studenten aus ganz Europa nach Göttingen zog, sind die Göttinger Bestände in dieser Hinsicht von besonderer Bedeutung.

Um diese Quelle einem breiten Nutzerkreis zur Verfügung zu stellen, wurden zwischen 1996 und 1999 die ca. 17.500 handschriftlichen Einträge sämtlicher Stammbücher des Stadtarchivs systematisch nach formalen und inhaltlichen Kriterien erfasst und durch eine Datenbank erschlossen. An dem Projekt waren nacheinander die wissenschaftlichen Mitarbeiter Ulrich Rasche, Hans-Joachim Heerde und Maria Hauff beteiligt.

Katalog der Stammbuchsammlung


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