Stationen der Stadtgeschichte

1402 - Hochaltar in St. Jacobi fertiggestellt

Predigt des Jacobus. Szene von der "Werktagsseite" des geschlossenen Altares Franziscus Lubecus, der von 1533 bis 1595 lebende Chronist Göttingens, berichtet, dass im Jahre 1402 der Hochaltar in der Kirche St. Jacobi fertiggestellt wurde. Finanziert hatte das teure Unternehmen die Göttinger Bürgerschaft. Die Alltagsseite des Altars zeigt Darstellungen aus dem Leben des Hl. Jacobus d. ., des Patrons der Kirche, dessen Heiligtum im spanischen Santiago de Compostela im Mittelalter einer der wichtigsten europäischen Wallfahrtsorte war. Der Maler, dessen Werke den Altar schmücken, ist nicht bekannt.

Kunst entstand auch im Mittelalter nicht im luftleeren Raum. So war es wohl kein Zufall, dass vermögende Bürger einen aufwendigen Altar ausgerechnet in der Kirche errichten ließen, die früher dem herzoglichen Stadtherrn besonders eng verbunden war. Es liegt nahe, hier eine Machtdemonstration gegen die seit der Niederlage Otto d. Quaden aus der Stadt vertriebenen Herzöge zu vermuten. Gewissermaßen im Gegenzug stiftete dessen Nachfolger Herzog Otto IV. Cocles ("der Einäugige") 1424 gemeinsam mit elf Adelsfamilien einen prächtigen Altar in der Kirche des Barfüßerklosters. Dieser Altar hatte im übrigen eine wechselvolle Geschichte. Nach der Auflösung des Barfüßerklosters in der Reformation wurde er zunächst nach St. Nicolai, von dort in die Paulinerkirche und schließlich in die Räume des Zoologischen Museum gebracht. Seit 1863 ist er im heutigen Landesmuseum in Hannover zu bewundern.

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